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Geplante Maßnahmen

Der vorhandene Donaudeich zwischen Reibersdorf und Schöpfwerk Alte Kinsach wird erhöht sowie ein Querdeich von der Donau bis zum Kinsachableiter neu gebaut. Der Querdeich bildet als neuer Hauptdeich eine 2. Deichlinie. Zusätzlich werden die Rückstaudeiche der Ableiter Kinsach und Moosbach in den erforderlichen Bereichen erhöht. Damit sind die westlich des Querdeichs gelegenen Polderflächen auf Schutzgrad HQ100 geschützt.

Der östliche Teil verbleibt dagegen auf derzeitigem Ausbaustandard und wird bei einem großen Hochwasser (ab ca. HQ50) wie bisher überflutet. Der Polder bleibt somit als Hochwasser- rückhalteraum erhalten.

Durch die Einmündung des Kinsachableiters bei Do-km 2310,0 ergeben sich in der Donau entlang des Hochwasserrückhalteraumes und im Kinsachableiter unterschiedliche maßgebende Wasserstände für die Deichhöhen beim Bemessungswasserspiegel HW100:

  • HW100Wasserstand in der Donau am oberen Ende des Hochwasserrückhalteraums bei Do-km 2313,2: ca. 318,7 m ü. NN
  • HW100Wasserstand der Donau an der Kinsachmündung bei Do-km 2311,2 rückgestaut im Kinsachableiter: ca. 318,4 m ü. NN

Die Bemessungswasserstände der Donau liegen damit auf Höhe des neuen Querdeiches um ca. 0,3 m höher als an der Mündung des Kinsachableiters.

Deiche

Alte Kinsach

Der bestehende Donaudeich Alte Kinsach wird ab dem östlichen Ortsrand von Reibersdorf bis zum Anschluss an den rücklaufenden Querdeich Lenach beim bestehenden Schöpfwerk Alte Kinsach in der bestehenden Trasse landseitig aufgehöht und mit einer Innendichtung verstärkt. Der bestehende Deichhinterweg bleibt in rückverlegter Lage weiterhin erhalten.

Der Anschluss an die bestehenden Hochwasserschutzanlagen im Bereich Reibersdorf erfolgt im Wesentlichen durch eine ca. 1,2 m hohe Hochwasserschutzwand.

Im Bereich des neuen Schöpfwerkes Alte Kinsach und des bestehenden Schöpfwerkes Alte Kinsach (bleibt als Baudenkmal erhalten) wird der Hochwasserschutz in der bestehenden Trasse zum größten Teil mit einer Hochwasserschutzwand ausgebaut. Die Höhe der Wand beträgt ca. 1,0 bis 1,5 m.

Lenach (Querdeich)

Der neu zu bauende Deich Lenach schließt als Querdeich im Süden an den Deich Alte Kinsach und im Norden an den Deich Kinsach an. Für die Deichverteidigung ist ein Deichhinterweg vorgesehen. Der Deich wird mit einer Innendichtung versehen.

Die Deichtrasse kreuzt die Staatsstraße 2125. Die Kreuzung der Staatsstraße erfolgt durch eine mobile Hochwasserschutzwand. Im Deich sind zwei neue Siele vorgesehen.

Bräufeld

Der bestehende Donaudeichunterstrom des Querdeiches Lenach, bezeichnet als Deich Bräufeld, wird in der bestehenden Trasse von der Anschlussstelle des Querdeiches bis zur neuen Überlaufstrecke oberhalb vom Schöpfwerk BogenLand landseitig aufgehöht und mit einer Innendichtung verstärkt.

Der östliche Deichabschnitt unterstrom der geplanten Überlaufsstrecke bis zum Anschluss an den Eisenbahndamm bleibt in jetziger Form erhalten und wird nicht aufgehöht. Bei Polderüberflutungen wird diese Deichstrecke überschwemmt. Um eine ausreichende Tragfähigkeit dieses Deichabschnittes bei Hochwasserereignissen und damit die planmäßige Aktivierung des Hochwasserrückhalteraums zu gewährleisten, wird der Deich mit einer Innendichtung verstärkt.

Kinsach

Der bestehende rechtsseitige Rückstaudeich entlang des Moosbachableiters und des Kinsachableiters wird von der Bundesstraße B 20 bis zum Anschluss an den Querdeich Lenach als Deich Kinsach bezeichnet. Maßgebend für die Deichhöhe im Kinsachableiter ist der rückgestaute Bemessungswasserstand HW100 der Donau von Do-km 2311,20 und nicht das Eigenhochwasser des Kinsachableiters. Im Moosbachableiter ist das Eigenhochwasser für die Deichhöhe maßgebend.

Der bestehende Deich Kinsach wird bis ca. 500 m östlich vom Scheftenhof aufgehöht. Aufgrund der beengten Verhältnisse erfolgt der Hochwasserschutz im Bereich der Siedlungen Scheftenhof und Stockmühle mit einer Hochwasserschutzwand auf der bestehenden Deichkrone. Die Höhe der Wand beträgt hier ca. 1,2 m. Entlang des Moosbachableiters bis zur Bundesstraße B 20 wird ein Deichneubau mit dem Deichverteidigungsweg auf der Deichkrone erstellt. Ein Anschluss des Deiches an die vorhandene Geländeerhöhung wie im bestehenden Zustand ist wegen der Erhöhung des Schutzgrades von HQ30 auf HQ100 nicht möglich.

Deich Kinsach-Rückhalteraum
Der bestehende rechte Rückstaudeich des Kinsachableiters wird von der Einmündung in den Bogener Altarm bis zum Anschluss des Querdeichs Lenach als Deich KinsachRückhalteraum bezeichnet. Der Deich wird nicht aufgehöht. Als ergänzende Sicherheitsmaßnahme zur Gewährleistung der Nutzung des Hochwasserrückhalteraums im Polder wird der Deich durch eine Innendichtung verstärkt, um ein vorzeitiges Versagen oder ein Versagen von innen bei ablaufender Hochwasserwelle zu verhindern. Dadurch wird die Tragfähigkeit des Deiches bis HQ50 erhöht.

Hochwasserrückhalteraum

Die Flächen des Polders Parkstetten/Reibersdorf östlich des Querdeiches Lenach bleiben als Hochwasserrückhalteraum erhalten. Dieser Polderteil ist weitgehend unbesiedelt und weist eine geringe Geländehöhe und eine große Breite mit einem entsprechend großen Füllvolumen auf. Im Polderteil befinden sich Wasserversorgungsbrunnen, Sportanlagen, eine Kleingartenanlage und ein Wohnhaus.

Die Flutung des Polders erfolgt wie bisher bei Hochwasserereignissen der Donau ab etwa HQ50. Die Überströmungshäufigkeit bleibt damit unverändert. Die landwirtschaftlichen Nutzungsbedingungen bleiben ebenfalls unverändert. Die Flutung des Polders erfolgt künftig vom unterstromigen Polderbereich aus über eine fest eingebaute, etwa 100 m lange Überlaufstrecke im Deich oberhalb des bestehenden Schöpfwerkes BogenLand (Do-km 2311,6). Damit füllt sich der Polder kontrolliert langsam von unten, Strömungsschäden im Rückhalteraum werden damit minimiert. Die Überlaufstrecke wird entsprechend befestigt ausgebildet. Bei ansteigendem Wasserstand erodiert der obere Deichbereich und gibt eine definierte Deichschartenöffnung frei. Das Rückhaltevolumen im Polder beträgt bei HW100Wasserstand etwa 11,5 Mio. m³. Die Entleerung des Polders erfolgt durch eine gezielte Deichöffnung durch Baggerschurf bei zurückgehendem Hochwasser.

Binnenentwässerung

Das Binnenentwässerungssystem wird gegenüber dem Ist-Zustand nur lokal im Bereich des bestehenden Schöpfwerks Alte Kinsach maßgeblich geändert. In wenigen anderen Bereichen werden lediglich Anpassungen vorgenommen. Am bestehenden Menach-Düker wird ein neues Schöpfwerk Oberalteich gebaut, das im Falle der Flutung des östlichen Polderbereiches die Ableitung der Zuflüsse aus den Ortschaften Furth, Oberalteich und Teilen von Bogen direkt in den Kinsach Ableiter gewährleistet.

Schöpfwerke

Alte Kinsach

Auf Grundlage der hydrologischen Bemessung und der durchgeführten Bauwerksuntersuchungen hat sich gezeigt, dass das vorhandene Schöpfwerk erhebliche Leistungsdefizite hat und nicht mehr ausbaufähig ist. Daher ist es notwendig, ein neues Schöpfwerk zu errichten.

Das neue Schöpfwerk Alte Kinsach wird westlich des bestehenden Standortes neu gebaut und sichert die Entwässerung des westlichen Polderteiles bei Hochwasser. Bei niedrigen und mittleren Wasserständen werden die Abflüsse aus den beiden an das Schöpfwerk angebundenen Vorflutern Alte Kinsach und Dunkgraben über das Siel des Schöpfwerks in die Donau weitergeleitet. Das Siel am Schöpfwerk wird ökologisch durchgängig ausgebildet.

Der Mahlbusen und der Vorlandauslauf des Schöpfwerkes werden im Rahmen des Schöpfwerkneubaus neu gestaltet. Der zulässige Binnenwasserspiegel wird gegenüber dem IstZustand nicht geändert. Die Pumpleistung des neuen Schöpfwerkes beträgt ca. 8 m³/s.

Das vorhandene alte Bauwerk wird aus Denkmalschutzgründen erhalten. Eine weitere Nutzung für den Hochwasserschutz ist nicht vorgesehen. Bei Flutung des östlichen Polderteiles wird der Dunkgraben durch die Absperrung des im neuen Querdeich vorgesehenen Sieles vom Schöpfwerk Alte Kinsach abgekoppelt.

Bogen-Land

Sowohl das Einzugsgebiet des bestehenden Schöpfwerkes Bogen-Land als auch der Schutzgrad innerhalb des betroffenen Polderteiles wird nicht verändert. Es ist keine Erhöhung der Schöpfwerkleistung erforderlich. Am vorhandenen Bauwerk werden auch keine baulichen Veränderungen vorgenommen.

Bei Hochwasserereignissen über HQ50 wird das vorhandene Schöpfwerk Bogen-Land wie bisher überschwemmt.

Neubau Oberalteich

Bei Flutung des Polders Parkstetten/Reibersdorf wird der vorhandene Mehnach-Düker unter den Rückstaudeichen des Kinsachableiters geschlossen. Zur Sicherstellung der Binnenentwässerung der linksseitigen Bereiche des Ableiters ist ein Schöpfwerksneubau erforderlich. Dies ist an der Stelle des bestehenden Dükers vorgesehen. Die Pumpleistung des neuen Schöpfwerkes beträgt ca. 1,5 m3/s.

Das Schöpfwerk erhält kein Siel, da die Entwässerung des Einzugsgebietes bei niedrigeren Wasserständen nach wie vor der vorhandene Düker zum Schöpfwerk Bogen-Land übernimmt.

Siele

In dem bestehenden Deich Kinsach auf der Strecke zwischen den Siedlungen Stockmühle und Scheftenhof befinden sich drei bestehende Siele, die durch neue Siele ersetzt werden.

In dem geplanten Querdeich Lenach sind zwei neue Siele vorgesehen. Ein Siel befindet sich am südlichen Ende des neuen Querdeichs Lenach und stellt die Vorflut von Dunkgraben zur Alten Kinsach sicher. Das zweite Siel befindet sich weiter nördlich im Bereich vom Scheftenhof und dient der freien Vorflut eines namenlosen Grabens.

Die neuen Siele werden in Schachtbauweise in Deichachse mit doppelten Verschlussorganen neben den alten Sielen gebaut.

Brückenerweiterung B20

Bei Do-km 2317,0 quert die B20 die Donau. Am linken Ufer der Donau, auf der Innenseite der Reibersdorfer Kurve, wurde bereits im Zuge der vorgezogenen Hochwasserschutzmaßnahme Parkstetten, Abschnitt 1 und 2, eine umfangreiche Deichrückverlegung umgesetzt. Zwischen alter und neuer Deichtrasse bildet auf einer Länge von 240 m der vorhandene Straßendamm den Anschluss der bis zu 10 m über dem Gelände liegenden Brücke an das Deichhinterland.

Dieser Straßendamm führt zu einer Einschnürung der Hochwasserabflussquerschnitte, was negative Auswirkungen auf die Hochwasserspiegellagen in diesem Bereich hat. Nach den Ergebnissen der hydraulischen Berechnungen ist es zur Erreichung der Bemessungswasserstände erforderlich, diese Engstelle zu beseitigen. Es ist geplant, den Straßendamm abzubrechen und durch eine Brücke zu ersetzen.

Im Anschluss an die bestehende Brücke ist unter Berücksichtigung der Baustellenumfahrung während der Bauzeit die Errichtung eines Widerlagers geplant. Im neuen Donauvorland werden zwei neue Brückenpfeiler errichtet. Im Bereich der neuen Deichtrasse sorgt ein weiteres Brückenwiderlager für den Anschluss an den bestehenden Straßendamm.

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